Dieser 2-Minuten-Trick aus der Hotellerie lässt Ihr Schlafzimmer sofort größer und teurer wirken

Ein Schlafzimmer kann makellos geputzt, perfekt beleuchtet und geschmackvoll eingerichtet sein – wenn das Bett unordentlich ist, fällt alles in sich zusammen. Zwischen Falten, halb heruntergezogener Bettdecke und verknittertem Spannbettlaken entsteht ein visuelles Ungleichgewicht, das die Ruhe und Harmonie des Raumes sofort stört. Das Bett, meist das größte Möbelstück im Zimmer, dominiert die Wahrnehmung. Ein unordentliches Bett ist wie ein lauter Ton in einer stillen Komposition – klein in Handlung, groß in Wirkung.

Professionelle Innenarchitekten und Psychologen für Wohnästhetik stimmen darin überein, dass die Gestaltung des Schlafplatzes sowohl auf die emotionale Wahrnehmung des Raumes als auch auf das persönliche Wohlbefinden wirkt. Dasselbe Zimmer kann – allein durch den Zustand des Bettes – wahlweise einladend oder abweisend wirken. Der Unterschied liegt nicht im Preis der Möbel, sondern im bewussten täglichen Handgriff.

Dabei zeigt sich ein faszinierendes Spannungsfeld: Während ein aufgeräumtes Bett den Raum optisch strukturiert, offenbart die Forschung überraschende Zusammenhänge zwischen Ordnung und Raumwahrnehmung. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersuchte in einer Studie, wie Möblierung die räumliche Wahrnehmung beeinflusst. Christoph Freiherr von Castell, einer der beteiligten Forscher, fasste die Ergebnisse zusammen: Ein großer Raum wirkt also nicht unbedingt auch geräumig. Auch die Möblierung eines Raumes lässt ihn wohl nicht geräumiger wirken, sondern im Gegenteil eher etwas weniger geräumig. Dies deutet darauf hin, dass die Beziehung zwischen visueller Ordnung und Raumempfinden komplexer ist als zunächst angenommen – und dass ein bewusst gestaltetes Bett mehr als nur eine ästhetische Entscheidung darstellt.

Die psychologische Wirkung eines ordentlich gemachten Bettes

Ordnung im Sichtfeld bedeutet für viele Menschen Ordnung im Kopf. Zahlreiche Beobachtungen zur Umgebungspsychologie legen nahe, dass visuelle Klarheit mit Stressreduktion, Konzentrationsfähigkeit und Stimmung in Verbindung gebracht werden kann. Ein gemachtes Bett dient als sichtbare Manifestation von Kontrolle und Routine – zwei Faktoren, die unser Gehirn mit Sicherheit assoziiert.

Wenn man den Tag mit einer kleinen, abgeschlossenen Aufgabe beginnt, entsteht das, was häufig als Completion-Effekt bezeichnet wird: Das Gefühl, eine Handlung vollständig ausgeführt zu haben, kann sich positiv auf Motivation und Entscheidungsfähigkeit auswirken. Dieser Effekt erklärt, warum das Bettmachen oft als Mikroritual erfolgreicher Menschen bezeichnet wird – nicht, weil es das Leben verändert, sondern weil es die Haltung formt, die alltägliche Aufgaben strukturiert.

Darüber hinaus erzeugt eine glatte, symmetrische Bettfläche eine sofortige optische Weitung des Raumes. Selbst in kleinen Schlafzimmern entsteht der Eindruck von Sauberkeit und Luftigkeit. Ästhetische Ordnung wirkt als Verstärker für innere Ruhe, besonders in Räumen, die zur Erholung bestimmt sind. Die visuelle Klarheit reduziert die Anzahl der Reize, die das Gehirn verarbeiten muss – ein Aspekt, der besonders beim Betreten des Schlafzimmers am Abend relevant wird.

Interessanterweise zeigt sich die Wirkung von Ordnung nicht nur in der subjektiven Wahrnehmung. Räume, in denen das Bett täglich gerichtet wird, vermitteln eine Grundstruktur, die sich auf andere Bereiche der Wohnraumgestaltung überträgt. Die Aufmerksamkeit für Details beginnt häufig bei diesem zentralen Möbelstück und setzt sich in der Pflege weiterer Raumelemente fort.

Wie Material und Farbgebung die Raumwirkung bestimmen

Wer das Schlafzimmerdesign stimmig halten möchte, sollte Bettwäsche nicht als funktionales, sondern als gestalterisches Element begreifen. Die Qualität des Gewebes und die Farbkombination beeinflussen die Wahrnehmung stärker, als die meisten annehmen.

Baumwollsatin oder Perkal erzeugen einen frischen, leichten Glanz, während reines Leinen durch seine matte Textur und atmungsaktive Faserstruktur eher eine natürliche, geerdete Atmosphäre schafft. Mikrofaser mag bequem und pflegeleicht erscheinen, reflektiert jedoch oft unruhiges Licht und wirkt weniger hochwertig. Die Wahl des Materials entscheidet, ob der Raum visuell atmet oder überladen wirkt.

Die unterschiedlichen Materialien beeinflussen nicht nur die optische Erscheinung, sondern auch die haptische Qualität des Raumes. Naturfasern wie Baumwolle und Leinen haben zudem den Vorteil, Feuchtigkeit besser zu regulieren – ein Aspekt, der sowohl für den Komfort als auch für die Hygiene relevant ist. Laut der Studie von Dr. Stephen Pretlove an der Kingston University aus dem Jahr 2005 spielt Feuchtigkeitsregulierung eine entscheidende Rolle für das Bettklima: Die Forschung zeigte, dass Luftzirkulation und Feuchtigkeitsentzug messbare Auswirkungen auf die biologische Umgebung im Bett haben.

Für die Farbgestaltung gilt: Harmonie entsteht durch Abstufung, nicht durch Gleichheit. Statt Bettwäsche exakt an die Wandfarbe anzupassen, schafft ein Ton-in-Ton-Kontrast Tiefe – etwa Sandtöne zu Creme, Grau zu Taubengrau oder Blaugrau zu Weiß. Intensive Akzente, wie senfgelbe oder smaragdgrüne Kissen, entfalten ihre Wirkung nur, wenn die Grundpalette ruhig bleibt.

Ein häufiger Fehler ist das Vermischen von Glanzgraden – glänzende Decken neben matten Kissen erzeugen unruhige Reflektionen und mindern den Eindruck von Ordnung. Konsistenz im Materialfinish signalisiert Qualität, selbst bei erschwinglicher Ausstattung. Die visuelle Kohärenz verstärkt den Gesamteindruck des Raumes und lässt selbst einfache Textilien hochwertiger erscheinen.

Die Hotel-Technik: Bettmachen mit professionellem Effekt

Gut gemachte Betten in Hotels wirken aufgeräumt, luxuriös und seltsam beruhigend. Das liegt nicht nur an der Sauberkeit, sondern an einer präzisen Technik, die auch zu Hause anwendbar ist. Sie beruht auf drei Prinzipien: Spannung, Symmetrie und Struktur.

Das Spannbettlaken muss faltenfrei sitzen. Ziehen Sie es diagonal nach unten, damit die Fläche glatt und straff bleibt. Wenn die Seiten sich leicht nach unten neigen, entsteht eine klare Linie bis zum Bettrahmen. Die Bettdecke mittig ausrichten, Ecken parallel zu den Bettkanten. Für den typischen Hotel-Look die Seiten ca. 40 cm unter die Matratze einschlagen, die untere Ecke sauber nach innen falten. Zwei Hauptkissen bilden das Fundament. Davor zwei leicht kleinere Zierkissen platzieren. Eine zusätzliche Tagesdecke oder ein Plaid am Fußende bringt Gewicht und definiert optisch das Ende des Bettes.

Ein Bett dieser Art sieht nicht nur besser aus – es fühlt sich auch besser an. Die Spannung des Stoffes verhindert Faltenbildung und sorgt für gleichmäßige Temperaturverteilung über Nacht. Die straffe Oberfläche reduziert zudem die Ansammlung von Staub und Feuchtigkeit in Stofffalten, was die Hygiene des Schlafplatzes verbessert.

Diese Technik mag zunächst aufwendig erscheinen, doch mit etwas Übung wird sie zur Routine. Der visuelle Unterschied zwischen einem lässig überworfenen Bettzeug und einem nach diesen Prinzipien arrangierten Bett ist erheblich – und der zeitliche Mehraufwand minimal.

Kleine Veränderungen, große Wirkung: Textur und Rhythmus im Raum

Oft wird übersehen, wie Texturvariation die visuelle Tiefe eines Raumes beeinflusst. Während eine glatte Baumwolloberfläche Ruhe ausdrückt, bringt ein gestricktes Plaid oder ein Samtkissen Struktur ins Spiel. Im richtigen Maß eingesetzt, entsteht rhythmischer Wechsel zwischen weich und fest, warm und kühl.

Beispielhafte Kombination für ein ausgewogenes Schlafzimmerbild:

  • Spannbettlaken und Bezug aus mattem Perkal für optische Ruhe
  • Zwei strukturierte Zierkissen aus Samt oder Chenille als Fokuspunkt
  • Eine leichte, gefaltete Tagesdecke aus Waffelpiqué über das Fußende gelegt für Bewegung im Bild
  • Kissen in abgestuften Farbtönen statt identischer Muster für Tiefe statt Monotonie

Wer zusätzlich zum visuellen Effekt auch den Komfort verbessern möchte, sollte in hochwertige Innenfüllungen investieren. Kissen mit 30 Prozent Federanteil behalten ihre Form besser und erzeugen spürbaren Widerstand beim Arrangieren – ein kleiner, aber entscheidender Unterschied für das Gesamtbild.

Die Texturvielfalt darf jedoch nicht in Beliebigkeit münden. Jedes Element sollte eine klare Funktion haben: entweder als optischer Ankerpunkt, als Farbakzent oder als strukturelle Ergänzung. Zu viele verschiedene Texturen erzeugen visuelle Unruhe und konterkarieren den angestrebten Effekt der Entspannung.

Sauberkeit und Geruch als Teil der Ästhetik

Ästhetische Wirkung endet nicht beim Sehen. Ein Bett, das frisch riecht und sich sauber anfühlt, aktiviert unbewusst dieselben Zentren im Gehirn wie angenehme visuelle Ordnung. Duft ist ein integraler Bestandteil der Raumwahrnehmung.

Das wöchentliche Lüften von Kissen und Decke im Freien entfernt Feuchtigkeit und neutralisiert Gerüche – ein Effekt, der wissenschaftlich belegt ist. Die Studie von Dr. Stephen Pretlove an der Kingston University aus dem Jahr 2005 zeigte, dass bereits einfache Maßnahmen wie das Offenlassen der Bettdecke tagsüber erhebliche hygienische Vorteile haben: Etwas so Einfaches, wie die Gewohnheit, das Bett tagsüber ungemacht zu lassen, kann dem Bettzeug und der Matratze Feuchtigkeit entziehen, sodass die Milben austrocknen und schließlich sterben. Die Forschung belegt, dass Luftzirkulation und Feuchtigkeitsentzug messbare biologische Effekte haben.

Natürliche Textilien wie Baumwolle und Leinen nehmen weniger synthetische Dämpfe aus der Raumluft auf – ein oft unterschätzter Grund, warum Hotelbetten immer frischer wirken. Diese Materialien ermöglichen eine bessere Luftzirkulation und reduzieren die Ansammlung von Feuchtigkeit, die wiederum ein idealer Nährboden für Hausstaubmilben ist.

Vermeiden Sie überparfümierte Sprays. Sie überdecken Geruch, statt ihn zu neutralisieren, und können in Kombination mit Reinigungsmitteln chemische Rückstände bilden. Besser: ein paar Tropfen ätherisches Öl wie Zypresse, Lavendel oder Zeder im Dampfbügeleisen oder auf eine Stoffserviette im Kleiderschrank. Geruch bildet den unsichtbaren Rahmen des Designs, und nur wenige Räume profitieren so davon wie das Schlafzimmer.

Die Kombination aus regelmäßiger Lüftung und der Verwendung natürlicher Duftstoffe schafft eine Atmosphäre, die sowohl hygienisch als auch sinnlich ansprechend ist. Diese multisensorische Qualität unterscheidet ein wirklich gepflegtes Schlafzimmer von einem lediglich ordentlich wirkenden Raum.

Warum ein gemachtes Bett mehr ist als Routine

Wer das Bett täglich richtet, pflegt eine Form der Aufmerksamkeit, die sich über die Jahre summiert. Der Vorgang dauert kaum zwei Minuten, beeinflusst aber den Gesamteindruck des Hauses unverhältnismäßig stark. Interessanterweise ordnen Gäste oder neue Mieter den Pflegezustand einer Wohnung unbewusst nach dem Erscheinungsbild des Bettes ein. Innenarchitekten nutzen diesen psychologischen Hebel gezielt, um bei Besichtigungen Emotionen zu steuern.

Das Bett ist somit mehr als ein Möbelstück: Es ist ein Spiegel der Lebenshaltung. Präzise Linien und gepflegte Stoffe signalisieren Achtsamkeit – ein Wert, der in jedem Stil, ob minimalistisch oder opulent, gilt. Ein unordentliches Bett hingegen vermittelt unbewusst das Gegenteil: ein Subtext von Nachlässigkeit, der jede hochwertige Einrichtung zunichtemachen kann.

Die tägliche Wiederholung dieser kleinen Handlung etabliert zudem eine Grundstruktur im Tagesablauf. Sie markiert den Übergang zwischen Nacht und Tag, zwischen Ruhe und Aktivität. Diese rituelle Dimension mag banal erscheinen, doch sie schafft psychologische Klarheit und Abgrenzung – Qualitäten, die in einer zunehmend entgrenzten Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen.

Die unterschätzte Nachhaltigkeit des Schlafplatzes

Auch aus ökologischer Sicht lässt sich das Thema klug angehen. Langlebige Stoffe, die korrekt gepflegt und regelmäßig gelüftet werden, reduzieren den Bedarf an Neukauf. Gute Bettwäsche altert, sie verschleißt nicht – sie nimmt mit der Zeit Patina an, ähnlich wie Naturholz. Dieses Alterungsprinzip wird von Designern gezielt eingesetzt, um Wärme und Authentizität zu erzeugen.

Die Erkenntnisse von Dr. Pretlove zur Bedeutung von Luftzirkulation und Feuchtigkeitsentzug unterstreichen, dass eine sachgemäße Pflege nicht nur hygienische, sondern auch ökonomische Vorteile hat. Textilien, die regelmäßig gelüftet werden, behalten ihre Frische länger und müssen seltener gewaschen werden – was wiederum Energie, Wasser und Waschmittel spart.

Tipps für nachhaltige Pflege:

  • Wäsche bei 40 Grad mit enzymfreiem Waschmittel reinigen, um Fasern zu schonen
  • Direkte Sonneneinstrahlung beim Trocknen vermeiden, um Verfärbung zu verhindern
  • Alle drei Monate die Matratze drehen, damit Belastung gleichmäßig verteilt wird
  • Bettwäsche im Schrank nicht vakuumieren – Atmungsaktivität bewahren

So bleibt die Investition in Textilien langfristig sichtbar und spürbar. Die Langlebigkeit hochwertiger Bettwäsche rechtfertigt einen höheren Anschaffungspreis – nicht als Luxus, sondern als wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Entscheidung.

Visuelle Strategie für kleine Räume

In kompakten Schlafzimmern wird jedes Detail doppelt bewertet. Deshalb lohnt es sich, mit Proportionen und Linienführung zu arbeiten. Eine symmetrische Kissengestaltung mit aufsteigender Höhe – vorn klein, hinten groß – verlängert optisch die Wand hinter dem Bett. Eine schmale, weiche Tagesdecke lässt das Bett filigraner wirken.

Dabei ist die bereits erwähnte Forschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von besonderer Relevanz: Möblierung lässt einen Raum nicht unbedingt geräumiger wirken, sondern kann sogar das Gegenteil bewirken. Dies bedeutet für die Gestaltung kleiner Schlafzimmer, dass weniger tatsächlich mehr ist: Jedes zusätzliche Textilstück sollte eine erkennbare Rolle haben – entweder strukturell durch Faltung und Form oder farblich durch Akzent und Tiefe.

Muster nur einmal setzen, beispielsweise in den Zierkissen, und sonst vermeiden. Ziel ist eine lineare Lesbarkeit, nicht Überlagerung. Ein überladenes Bett kann selbst einen großzügigen Raum optisch verkleinern, während ein reduziert gestaltetes Bett auch in beengten Verhältnissen Weite suggeriert.

Die Farbwahl spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Helle, monochrome Töne reflektieren Licht und lassen Flächen größer erscheinen. Kontraste sollten sparsam eingesetzt werden, um visuelle Fragmentierung zu vermeiden. Ein durchgängiger Farbton vom Spannbettlaken über die Bettdecke bis zu den Kissen erzeugt eine ruhige, zusammenhängende Fläche, die den Raum optisch nicht zerschneidet.

Der unterschätzte Zusammenhang von Bettordnung und Schlafqualität

Neben der ästhetischen und psychologischen Komponente wird häufig beobachtet, dass Ordnung im Schlafzimmer die subjektive Schlafqualität beeinflussen kann. Zahlreiche Menschen berichten über ein angenehmeres Einschlaferlebnis in aufgeräumten Schlafzimmern.

Der mögliche Mechanismus ist nachvollziehbar: Visuelle Unordnung kann die Aktivität des präfrontalen Cortex beeinflussen, der für Planung und Entscheidungsbewertung zuständig ist. Ein chaotischer Anblick könnte das Gehirn unbewusst dazu veranlassen, Details zu verarbeiten – ein leiser, aber konstanter Reiz, der das Einschlafen erschweren kann. Ein aufgeräumtes Bett könnte diese Reizlast unmittelbar reduzieren.

Das Bettmachen ließe sich somit als erste Schlafhygienemaßnahme betrachten – ganz ohne technische Hilfsmittel oder Apps. Es schafft Reizarmut und vermittelt über den Tastsinn eine klare Abgrenzung zwischen Tag und Nacht. Beim Betreten des Schlafzimmers am Abend signalisiert das frisch gemachte Bett: Hier ist ein Ort der Ruhe vorbereitet, nicht ein Übergangsraum zwischen verschiedenen Tagesaktivitäten.

Dieser psychologische Effekt verstärkt sich über Zeit. Wer konsequent ein gemachtes Bett vorfindet, entwickelt eine assoziative Verknüpfung zwischen diesem visuellen Reiz und dem Zustand der Entspannung. Das Schlafzimmer wird dadurch zum funktional abgegrenzten Rückzugsraum, dessen Atmosphäre sich deutlich von Arbeits- und Wohnbereichen unterscheidet.

Praktische Routine: Das Zwei-Minuten-System

Viele Menschen vermeiden das Bettmachen, weil es morgens zu lange dauert. In Wirklichkeit liegt das Problem selten in der Handlung, sondern in der Unentschlossenheit. Wer eine feste Reihenfolge entwickelt, reduziert Reibungspunkte.

Eine bewährte Minimalroutine: Nach dem Aufstehen Decke zehn Minuten lüften, während Sie sich fertig machen – eine Praxis, die durch die Forschung von Dr. Pretlove gestützt wird, da sie Feuchtigkeit entzieht und das Bettklima verbessert. Danach Matratze glätten, Decke mittig ausbreiten, Falten von der Mitte nach außen streichen. Kissen aufschütteln, diagonal eindrehen, aufstellen. Tagesdecke halb oder vollständig überwerfen, je nach gewünschtem Stil.

Der Unterschied liegt nicht in der Perfektion, sondern in der Beständigkeit. Regelmäßigkeit erzeugt Ordnung ganz ohne Perfektionismus. Die Routine etabliert sich nach wenigen Wochen als automatisierte Handlung, die kaum noch bewusste Aufmerksamkeit erfordert.

Interessanterweise berichten Menschen, die diese Routine etabliert haben, häufig von einem Übertragungseffekt: Die morgendliche Struktur setzt sich in anderen Bereichen fort. Ein gemachtes Bett wird zum Ausgangspunkt für weitere kleine Ordnungshandlungen – das Aufräumen der Nachttische, das Öffnen der Vorhänge, das kurze Durchlüften des Raumes.

Eleganz mit kleinem Aufwand

Selbst in schlicht eingerichteten Schlafräumen lässt sich der Ausdruck von Qualität durch wenige gezielte Maßnahmen erhöhen: Bezug mit verdeckter Knopfleiste statt Reißverschluss wirkt ruhiger. Glatte, gebügelte Laken erzeugen den Anschein größerer Fläche. Zierkissen in ungerader Zahl wirken natürlicher als Paare. Ein Plaid in schwererer Stoffqualität am Fußende bringt visuelles Gewicht. Vermeidung von kontrastierend glänzenden Garnituren, die Unruhe erzeugen.

Der visuelle Effekt summiert sich: Das Bett wird vom bloßen Möbelstück zur Bühne der Ruhe, um die herum sich das gesamte Raumkonzept organisiert. Diese zentralisierende Wirkung ist besonders in offenen Wohnkonzepten relevant, wo das Schlafzimmer nicht immer durch Türen abgetrennt ist.

Die Investition in wenige, aber hochwertige Textilien zahlt sich langfristig mehr aus als die Anschaffung zahlreicher mittelmäßiger Stücke. Ein Satz erstklassiger Bettwäsche aus langstapeliger Baumwolle, kombiniert mit einem gut verarbeiteten Plaid, schafft mehr visuelle Eleganz als ein Übermaß an dekorativen Elementen minderer Qualität.

Wenn Form Funktion unterstützt

Die Ästhetik des Bettes ist nicht Selbstzweck, sondern Ausdruck funktionaler Intelligenz. Jedes Detail – Spannung, Stoff, Farbe – hat eine technische Relevanz: Es verhindert Falten, Feuchtigkeit, Überhitzung oder unruhige Schlafphasen. Die Paradebeispiele stammen aus der Hotellerie, wo Funktion und Schönheit selten getrennt werden.

Ein straff gespanntes Laken verhindert Schmutzablagerungen in Falten. Symmetrisch eingelegte Decken verteilen Gewicht gleichmäßig und reduzieren den Stoffabrieb. Hochwertige Gewebe absorbieren Körperfeuchtigkeit effizienter, wodurch Textil und Matratze länger frisch bleiben – ein Prinzip, das durch die Erkenntnisse der Kingston-University-Studie zur Bedeutung von Feuchtigkeitsregulierung unterstrichen wird. Design ist hier kein Luxus, sondern Pflegeeffizienz.

Die funktionale Dimension des Bettmachens wird oft unterschätzt. Dabei verlängert die sachgemäße Pflege nicht nur die Lebensdauer der Textilien, sondern verbessert auch deren hygienische Eigenschaften. Ein täglich gelüftetes und ordentlich gemachtes Bett bietet Hausstaubmilben und anderen Allergenen weniger Angriffsfläche als ein durchgehend unordentliches.

Eine stille Aufwertung des Alltags

Ein gemachtes Bett verändert die Wahrnehmung des gesamten Hauses. Es vermittelt Besuchern und Bewohnern zugleich ein Gefühl von Sorgfalt. Die Wirkung ist subtil, aber tiefgreifend – vergleichbar mit frisch geputzten Fenstern oder gleichmäßig brennenden Glühbirnen: kaum jemand benennt sie, doch jeder spürt sie.

Dieses tägliche Ritual steht sinnbildlich für die Bereitschaft, auch kleinen Dingen Aufmerksamkeit zu schenken. Und gerade die kleinen Dinge bilden das Fundament jeder Wohnqualität. Ein ordentliches Bett kostet nur Sekunden, schenkt jedoch Stunden visueller und mentaler Ruhe.

Die kumulative Wirkung dieser kleinen Handlung sollte nicht unterschätzt werden. Über Wochen, Monate und Jahre hinweg formt die morgendliche Routine eine Haltung der Achtsamkeit, die sich auf andere Lebensbereiche überträgt. Das Bett wird zum Symbol für die grundsätzliche Bereitschaft, Ordnung zu schaffen und aufrechtzuerhalten – nicht aus Zwang, sondern aus Wertschätzung für die eigene Lebensumgebung.

Ein glattes Laken, ein ruhiger Farbverlauf, klar platzierte Kissen – mehr braucht es nicht, um das Zentrum des Schlafzimmers in Einklang zu bringen. Qualität entsteht nicht durch Aufwand, sondern durch Achtsamkeit in der Wiederholung. Das Bett ist kein Nebenschauplatz, sondern der stille Herzschlag eines harmonischen Zuhauses.

Machst du dein Bett jeden Morgen oder lässt du es ungemacht?
Jeden Morgen rituell
Nur wenn Besuch kommt
Fast nie ehrlich gesagt
An Wochenenden immer
Ungemacht zum Lüften

Schreibe einen Kommentar