Wer beruflich viel unterwegs ist und gleichzeitig sein Privatleben organisiert, kennt das Problem: Google Maps vermischt geschäftliche und private Informationen in einem einzigen Account. Gespeicherte Restaurants vom letzten Geschäftsessen tauchen neben dem Lieblingscafé auf, Bewertungen für Kundenstandorte mischen sich mit persönlichen Empfehlungen. Dabei bietet Google Maps längst clevere Möglichkeiten, mehrere Accounts parallel zu nutzen und sauber zu trennen – wenn man weiß, wie es funktioniert.
Warum mehrere Google-Accounts in Maps Sinn ergeben
Die Trennung von beruflichen und privaten Daten ist nicht nur eine Frage der Übersichtlichkeit. Wer seinen Standort mit Kollegen teilt, während gleichzeitig private Lieblingslocations im gleichen Profil gespeichert sind, riskiert unangenehme Situationen. Oder man schreibt eine ehrliche Bewertung über ein Restaurant, die dann mit dem Geschäftskonto verknüpft wird. Solche Situationen lassen sich elegant vermeiden, wenn man die Multi-Account-Funktion richtig einsetzt.
Google hat diese Funktion bewusst in die App integriert, weil das Unternehmen erkannt hat, dass viele Nutzer verschiedene Lebensbereiche digital organisieren möchten. Die Umsetzung funktioniert auf Android-Geräten reibungslos und ist dort besonders durchdacht umgesetzt. Bei iOS-Nutzern gibt es allerdings Einschränkungen: Apple unterstützt keine nativen Mehrbenutzer-Profile auf iPhones, was die Kontenverwaltung deutlich komplizierter gestaltet. Während Android-Nutzer von einer nahtlosen Integration profitieren, erfordert der Wechsel zwischen Accounts auf iOS häufig zusätzliche manuelle Schritte.
So richtet ihr mehrere Accounts in Google Maps ein
Der Wechsel zwischen verschiedenen Google-Accounts in Maps ist denkbar einfach, wenn man einmal das Prinzip verstanden hat. Öffnet die Google Maps App und tippt auf euer Profilbild in der oberen rechten Ecke. Dort seht ihr alle bereits auf dem Smartphone angemeldeten Google-Accounts aufgelistet. Ein einfacher Fingertipp genügt, um zwischen den Profilen zu wechseln – keine neue Anmeldung, kein Passwort-Eingeben, keine Wartezeit.
Falls der gewünschte Account noch nicht in der Liste erscheint, findet ihr dort die Option „Weiteres Konto hinzufügen“. Nach der einmaligen Anmeldung steht dieser Account dauerhaft zur Verfügung und lässt sich jederzeit mit wenigen Fingertipps aktivieren. Alle verbundenen Accounts werden mit ihren Profilbildern oder Initialen angezeigt, sodass die Orientierung leicht fällt.
Was beim Account-Wechsel tatsächlich passiert
Hier wird es interessant: Sobald ihr den Account wechselt, ändert sich nicht nur das Profilbild in der Ecke. Google Maps lädt komplett die Daten des anderen Kontos – gespeicherte Orte, Rezensionen, Timeline-Verlauf, personalisierte Vorschläge und sogar die Einstellungen zur Standortfreigabe. Ihr bewegt euch buchstäblich in einer anderen digitalen Kartenumgebung.
Diese strikte Trennung hat einen entscheidenden Vorteil: Eure privaten Lieblingsrestaurants bleiben im privaten Account, während geschäftliche Kundenstandorte ausschließlich im Firmen-Account auftauchen. Bewertungen, die ihr schreibt, werden dem jeweiligen Profil zugeordnet – eine professionelle Bewertung erscheint unter eurem Geschäftsnamen, eine private bleibt in eurem persönlichen Profil. Jedes eingebundene Google-Konto behält seine eigenen gespeicherten Orte, Bewertungen, Suchverläufe und personalisierten Empfehlungen vollständig getrennt.
Gespeicherte Orte strategisch nutzen
Die „Gespeicherte Orte“-Funktion gehört zu den mächtigsten Features in Google Maps, wird aber oft unterschätzt. Mit mehreren Accounts könnt ihr diese Funktion auf ein neues Level heben. Erstellt im Geschäftskonto Listen wie „Wichtige Kundenstandorte“, „Tagungsorte“ oder „Geschäftsreise München“, während im privaten Account Listen wie „Wochenendausflüge“, „Restaurants zum Wiederkommen“ oder „Urlaubsziele 2024“ entstehen.
Der Clou dabei: Diese Listen bleiben komplett getrennt und übersichtlich. Keine endlosen Scroll-Orgien mehr durch vermischte Einträge. Wenn ihr montags zur Arbeit fahrt, nutzt ihr einfach den Geschäfts-Account mit den relevanten Adressen. Am Wochenende wechselt ihr zum privaten Profil mit euren Freizeitzielen. Die intelligente Sortierung spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass ihr im richtigen Moment die richtigen Informationen griffbereit habt.
Routenverläufe separat halten – aus gutem Grund
Die Timeline-Funktion von Google Maps zeichnet auf Wunsch alle besuchten Orte auf. Das kann unglaublich praktisch sein, wenn man später nachvollziehen möchte, wann man wo war – etwa für Spesenabrechnungen oder Reisetagebücher. Mit getrennten Accounts erhaltet ihr automatisch getrennte Routenverläufe.

Der geschäftliche Account dokumentiert eure Dienstreisen, Kundenbesuche und Geschäftstermine, während der private Account eure Freizeitaktivitäten festhält. Das erleichtert nicht nur die spätere Auswertung erheblich, sondern schützt auch eure Privatsphäre. Niemand aus eurem beruflichen Umfeld muss wissen, welche Orte ihr privat besucht – und umgekehrt. Diese klare Abgrenzung hilft auch dabei, am Feierabend wirklich abzuschalten, weil die Arbeitswelt digital komplett ausgeblendet werden kann.
Standortfreigabe intelligent einsetzen
Hier wird die Trennung mehrerer Accounts besonders relevant. Die Standortfreigabe-Funktion erlaubt es, den eigenen Aufenthaltsort mit ausgewählten Kontakten zu teilen – praktisch für Familienmitglieder oder bei Geschäftsterminen. Doch genau hier liegt auch das Risiko der Vermischung.
Mit getrennten Accounts könnt ihr im Geschäftskonto die Standortfreigabe nur für Kollegen oder Geschäftspartner aktivieren, und das zeitlich begrenzt – etwa nur während einer gemeinsamen Dienstreise. Im privaten Account teilt ihr euren Standort dauerhaft mit Familie oder dem Partner. So vermeidet ihr peinliche Situationen, in denen Geschäftskontakte plötzlich sehen, wo ihr am Samstagabend unterwegs seid. Ein oft übersehener Trick: Tippt in Google Maps auf euer Profilbild, wählt „Standort teilen“ und entscheidet euch bewusst für eine zeitliche Begrenzung. Ihr könnt zwischen einer Stunde und mehreren Tagen wählen. Nach Ablauf dieser Zeit stoppt die Freigabe automatisch – ihr müsst nicht daran denken, sie manuell zu beenden.
Praktische Alltagsszenarien
Montag früh, acht Uhr: Ihr startet mit dem Geschäfts-Account in den Tag. Navigation zum Kundentermin, zwischendurch einen Coffee-Shop in der Nähe suchen, den Standort kurz mit dem Kollegen teilen, der später nachkommt. Nach Feierabend der schnelle Wechsel zum privaten Account – dort wartet bereits die gespeicherte Adresse des neuen Restaurants, das ihr heute Abend ausprobieren wollt.
Oder die Geschäftsreise: Im Hotel angekommen, bewertet ihr die Unterkunft über euren Geschäfts-Account – schließlich soll das unter eurem professionellen Namen erscheinen. Die kleine Bar um die Ecke, die ihr abends entdeckt, speichert ihr dagegen im privaten Account für den nächsten Besuch mit Freunden. Diese Flexibilität macht den Alltag nicht nur organisierter, sondern auch stressfreier, weil ihr nicht ständig überlegen müsst, welche Informationen wo landen.
Technische Details, die den Unterschied machen
Auch die Verkehrsbenachrichtigungen und personalisierten Vorschläge basieren auf dem aktiven Account. Google lernt für jeden Account separat, welche Orte und Routen relevant sind. Das führt zu präziseren Vorschlägen, weil die App nicht mehr zwischen beruflichen und privaten Mustern unterscheiden muss – sie behandelt jeden Account als eigenständige Person mit individuellen Bedürfnissen.
Diese intelligente Trennung sorgt dafür, dass die App immer kontextbezogen arbeitet. Im Geschäftskonto werden bevorzugt Restaurants in der Nähe von Geschäftsvierteln vorgeschlagen, während im privaten Account eher familienfreundliche Locations oder Ausflugsziele auftauchen. Je länger ihr die getrennten Accounts nutzt, desto besser werden die Empfehlungen – weil die künstliche Intelligenz hinter Google Maps präzisere Daten zum Lernen bekommt.
Datenschutz und Kontrolle
Die Nutzung mehrerer Accounts verbessert nicht nur die Organisation, sondern auch eure Kontrolle über persönliche Daten. Ihr entscheidet bewusst, welche Informationen in welchem Kontext gesammelt werden. Wollt ihr die Timeline-Funktion nur privat nutzen? Kein Problem – deaktiviert sie einfach im Geschäftskonto. Braucht ihr Bewertungen nur für private Empfehlungen? Dann verzichtet im beruflichen Profil darauf.
Diese granulare Kontrolle entspricht dem Zeitgeist bewusster Datennutzung. Ihr gebt nicht pauschal alle Informationen in einen großen Topf, sondern organisiert eure digitale Präsenz zielgerichtet und überlegt. Die Möglichkeit, unterschiedliche Profile für verschiedene Lebensbereiche zu führen, gibt euch die Freiheit, selbst zu bestimmen, welche digitalen Spuren ihr wo hinterlasst. Gerade in Zeiten, in denen Datenschutz immer wichtiger wird, ist diese bewusste Trennung ein echter Vorteil.
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