Wenn die Jahreszeiten wechseln und der Körper sich umstellt, macht sich das oft durch unangenehme Wassereinlagerungen bemerkbar. Eine traditionelle Lösung aus der makrobiotischen Küche kombiniert drei kraftvolle Zutaten zu einer heilsamen Mahlzeit: Aduki-Bohnen, Kombu-Seetang und Kürbis. Diese Suppe ist weit mehr als nur ein wärmendes Gericht – sie ist ein gezieltes Mittel zur Unterstützung des Körpers in Übergangsphasen.
Die therapeutische Kraft der Aduki-Bohne
Aduki-Bohnen, auch Azuki genannt, werden in der traditionellen chinesischen Medizin bereits seit der Tang-Dynastie als Heilpflanze geschätzt. Diese kleinen, dunkelroten Hülsenfrüchte besitzen eine natürlich harntreibende Wirkung, die in der TCM gezielt bei Ödemen, Schwellungen und Beschwerden durch Flüssigkeitsansammlungen eingesetzt wird. Ernährungsberater empfehlen sie speziell bei leichten Ödemen und dem Gefühl von Schwere in den Beinen.
Mit etwa 1220 bis 1250 mg Kalium pro 100 g gehören Aduki-Bohnen zu den kaliumreichsten Hülsenfrüchten überhaupt. Kalium reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper, indem es als Gegenspieler zu Natrium wirkt und überschüssiges Wasser aus dem Gewebe transportiert. Gleichzeitig liefern sie hochwertige pflanzliche Proteine und reichlich Ballaststoffe – ideale Werte für eine sättigende, pflanzliche Mahlzeit.
Ein besonderer Vorteil: Aduki-Bohnen gelten als bekömmlicher als andere Hülsenfrüchte und verursachen weniger Blähungen. Das macht sie auch für Menschen mit empfindlicher Verdauung zu einer wertvollen Option.
Kombu: Das mineralstoffreiche Geschenk aus dem Meer
Kombu-Algen sind in der japanischen Küche unverzichtbar und bringen eine besondere Dimension in diese Suppe. Der hohe Jodgehalt unterstützt die Schilddrüsenfunktion, die wiederum den gesamten Stoffwechsel reguliert. Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist entscheidend, damit der Körper Flüssigkeiten richtig verarbeiten kann.
Doch Kombu bietet noch mehr: Die Alge enthält Alginsäure, einen löslichen Ballaststoff, der im Darm quellfähig ist und die Verdauung sanft anregt. Diätassistenten weisen darauf hin, dass die Kombination von Kombu mit Hülsenfrüchten in der traditionellen japanischen Küche seit langem bewährt ist. Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere Hyperthyreose oder Hashimoto-Thyreoiditis, sollten vor dem Verzehr jodhaltiger Algen unbedingt ärztlichen Rat einholen. Eine Überdosierung von Jod kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen.
Kürbis als Beta-Carotin-Quelle und Geschmacksträger
Kürbis verleiht der Suppe nicht nur eine angenehme Süße und cremige Konsistenz, sondern punktet auch ernährungsphysiologisch. Mit bis zu 8000 µg Beta-Carotin pro 100 g – abhängig von der Sorte – gehört er zu den Spitzenreitern unter den Gemüsearten. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, das für gesunde Schleimhäute, gute Sehkraft und ein starkes Immunsystem unerlässlich ist.
Gerade beim Jahreszeitenwechsel, wenn das Immunsystem gefordert wird, ist diese zusätzliche Unterstützung wertvoll. Zudem enthält Kürbis selbst Kalium und verstärkt damit die entwässernde Wirkung der Aduki-Bohnen synergistisch. Die Kombination dieser drei Zutaten schafft eine harmonische Balance zwischen therapeutischem Nutzen und kulinarischem Genuss.
B-Vitamine für stabile Nerven im Übergang
Jahreszeitenwechsel bedeuten nicht nur körperliche, sondern auch mentale Anpassung. Kürzere Tage im Herbst oder die Umstellung im Frühjahr können das Nervensystem belasten. Die Kombination aus Aduki-Bohnen und Kombu liefert mehrere B-Vitamine: Thiamin, Riboflavin, Niacin und Folsäure.

Diese Vitamine sind Cofaktoren in zahlreichen Stoffwechselprozessen und spielen eine zentrale Rolle bei der Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin. Ernährungsberater betonen, dass eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen besonders bei pflanzlicher Ernährung wichtig ist, da einige dieser Vitamine hauptsächlich in tierischen Produkten vorkommen – Algen wie Kombu sind hier eine wertvolle Ausnahme.
Praktische Zubereitung für optimale Wirkung
Die Zubereitung dieser Suppe erfordert etwas Voraussicht, zahlt sich aber durch bessere Verträglichkeit aus. Aduki-Bohnen sollten idealerweise über Nacht eingeweicht werden – das reduziert die Kochzeit und macht die enthaltenen Oligosaccharide besser verdaulich. Auch Kombu profitiert vom Einweichen: 15 bis 30 Minuten in lauwarmem Wasser entfernen überschüssiges Salz von der Oberfläche.
Diätassistenten empfehlen, den Kürbis erst gegen Ende der Garzeit hinzuzufügen, damit er seine Struktur behält und nicht zu Brei zerfällt. Gewürze wie Ingwer verstärken die wohltuende Wirkung zusätzlich – die scharfen Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel regen die Durchblutung an und gelten in der traditionellen Heilkunde als förderlich für die Verdauung. Frische Petersilie als Garnitur ist mehr als Dekoration: Sie enthält ätherische Öle und wird in der Volksheilkunde traditionell mit milden entwässernden Eigenschaften in Verbindung gebracht.
Wann und wie oft sollte man die Suppe essen?
Diese Suppe entfaltet ihre volle Wirkung, wenn sie gezielt eingesetzt wird: Als leichtes Abendessen oder Mittagessen, etwa zwei bis drei Mal pro Woche über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Diese Anwendungsdauer deckt sich mit der typischen Übergangsphase zwischen den Jahreszeiten.
Als Abendessen ist die Suppe besonders sinnvoll, da die entwässernde Wirkung dann über Nacht einsetzen kann, ohne dass man ständig eine Toilette aufsuchen muss. Die Kombination aus Proteinen, komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sorgt für eine lange Sättigung ohne Völlegefühl – ideal für einen ruhigen Schlaf. Veganer und Menschen mit pflanzlicher Ernährung finden in dieser Suppe eine vollwertige Mahlzeit, die alle wichtigen Makronährstoffe liefert.
Für wen ist dieses Gericht besonders geeignet?
Die Proteinqualität von Aduki-Bohnen lässt sich durch die Kombination mit Kürbiskernen oder einem Stück Vollkornbrot noch verbessern – so ergibt sich ein ausgewogenes Aminosäureprofil. Personen, die zu Wassereinlagerungen neigen, sei es hormonell bedingt, durch langes Sitzen oder nach salzreichen Mahlzeiten, profitieren von der natürlichen Drainage-Wirkung.
Anders als synthetische Diuretika entzieht diese Kombination dem Körper kein Kalium, sondern führt es sogar zu. Der hohe Jodgehalt von Kombu kann allerdings bei Schilddrüsenüberfunktion oder bestimmten Autoimmunerkrankungen problematisch sein. Eine ausgewogene Menge ist wichtig, um die Schilddrüse nicht zu überlasten.
Auch Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten vorsichtig sein: Die stark entwässernde Wirkung kann die Nieren zusätzlich belasten. In solchen Fällen ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Ernährungsberater unerlässlich. Die Suppe aus Aduki-Bohnen, Kombu und Kürbis ist ein Beispiel dafür, wie traditionelles Ernährungswissen mit moderner Nährstoffforschung zusammentrifft und pflanzliche Ernährung gezielt therapeutisch wirken kann.
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