Warum dein Tablet bisher nur die Hälfte konnte: Diese Android-Funktion ändert alles ab sofort

Wer ein Android-Tablet besitzt, kennt das Problem: Viele Apps sehen auf dem großen Display einfach wie aufgeblasene Smartphone-Versionen aus. Lange Textzeilen, verschwendeter Platz an den Rändern und eine Bedienung, die offensichtlich nicht für größere Bildschirme gedacht war. Mit Android 12L hat Google endlich einen entscheidenden Schritt unternommen, um Tablets das zu geben, was sie verdienen – eine eigene Identität.

Was macht Android 12L so besonders für Tablet-Nutzer?

Android 12L ist keine vollständige neue Android-Version, sondern eine spezielle Funktionserweiterung, die Android 12 auf großen Displays noch besser macht. Diese Aktualisierung richtet sich gezielt an Tablets und faltbare Smartphones. Google hat erkannt, dass die Tablet-Erfahrung unter Android jahrelang vernachlässigt wurde, während iPadOS von Apple kontinuierlich optimiert wurde. Die Android 12L Optimierung für Foldables bringt endlich die dringend benötigten Verbesserungen.

Die wichtigste Neuerung ist das adaptive Zwei-Spalten-Layout, das die Benutzeroberfläche grundlegend verändert. Statt Inhalte einfach zu strecken, nutzt das System den verfügbaren Platz intelligent aus. In den Einstellungen erscheint beispielsweise links die Menüstruktur, während rechts die entsprechenden Optionen angezeigt werden. Dieses Prinzip zieht sich durch viele Systemanwendungen und macht die Navigation deutlich effizienter.

Die neue Taskleiste: Multitasking auf einem anderen Level

Am unteren Bildschirmrand erscheint eine dauerhafte Taskleiste, die an Desktop-Betriebssysteme erinnert. Hier lassen sich häufig verwendete Apps anheften und mit einem Fingertipp öffnen. Das klingt zunächst unspektakulär, revolutioniert aber die Art und Weise, wie man mit einem Android-Tablet arbeitet.

Besonders clever: Die Taskleiste zeigt auch kürzlich verwendete Apps an, sodass man blitzschnell zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln kann. Zieht man eine App aus der Taskleiste in den Bildschirm, öffnet sie sich automatisch im Split-Screen-Modus neben der bereits aktiven Anwendung. Diese Drag-and-Drop-Funktionalität funktioniert überraschend intuitiv und macht das Aufteilen des Bildschirms kinderleicht.

Split-Screen war gestern – heute geht es noch besser

Der Split-Screen-Modus existierte schon vor Android 12L, war aber umständlich zu aktivieren. Jetzt genügt ein einfaches Ziehen aus der Taskleiste, und beide Apps lassen sich per Trennlinie in ihrer Größe anpassen. Man kann beispielsweise ein YouTube-Video schauen, während man parallel Notizen macht, oder E-Mails lesen und gleichzeitig den Kalender im Blick behalten.

Ein weiteres nützliches Feature ist die App-Paar-Funktion auf manchen Herstellern wie Samsung. Dabei lassen sich zwei häufig zusammen genutzte Apps als Paar speichern und mit einem Klick gemeinsam im Split-Screen öffnen. Wer regelmäßig bei der Arbeit zwischen bestimmten Anwendungen jongliert, spart damit enorm viel Zeit.

Welche Tablets profitieren von Android 12L?

Android 12L wurde als Erweiterung von Android 12 entwickelt und kam einige Monate nach dessen Veröffentlichung im Oktober 2021 auf den Markt. Die Optimierungen setzen sich in Android 13 und späteren Versionen fort. Theoretisch sollten alle Tablets mit Android 12 oder höher diese Features unterstützen, praktisch hängt es jedoch vom Hersteller ab, wie konsequent die Implementierung erfolgt.

Samsung hat mit seiner One UI-Oberfläche bereits vor Android 12L eigene Tablet-Optimierungen integriert und diese mit den Google-Features kombiniert. Die One UI 4.1.1 basiert auf Android 12L und bietet eine der ausgereiftesten Tablet-Erfahrungen im Android-Ökosystem. Lenovo, OnePlus und andere Hersteller haben ebenfalls nachgezogen, allerdings mit unterschiedlichem Engagement. Viele große Hersteller setzen weiterhin auf ihre eigenen Benutzeroberflächen, die sie um die Android 12L-Funktionen erweitern.

Ein wichtiger Punkt: Nicht alle Apps nutzen die Zwei-Spalten-Layouts optimal. Das liegt daran, dass Entwickler ihre Apps explizit für große Bildschirme anpassen müssen. Google hat zwar Richtlinien veröffentlicht und Material Design 3 mit besseren Tools ausgestattet, aber die Umsetzung liegt letztendlich bei den App-Entwicklern.

So erkennt man, ob Apps wirklich optimiert sind

Im Google Play Store gibt es mittlerweile Filter und Kennzeichnungen für tablet-optimierte Apps. In der Desktop-Ansicht des Play Stores oder in der Suche lassen sich Apps finden, die speziell für große Bildschirme angepasst wurden. Leider ist diese Filterung nicht perfekt, und manchmal hilft nur ausprobieren.

Gut optimierte Apps erkennt man daran, dass sie den verfügbaren Platz sinnvoll nutzen: Mehrere Spalten für Inhalte, Navigationsleisten an der Seite statt oben, und Bedienelemente, die für Fingerreichweite auf größeren Displays positioniert sind. Apps wie Gmail, Google Keep, Microsoft Office und viele Medien-Apps bieten mittlerweile ordentliche Tablet-Layouts.

Diese Apps zeigen, wie es richtig geht

  • Gmail: Zeigt die E-Mail-Liste links und den Inhalt rechts an, ähnlich wie am Desktop
  • Google Notizen (Keep): Nutzt ein mehrspaltiges Kachel-Layout für Notizen
  • Spotify: Bietet eine seitliche Navigation mit großzügigem Content-Bereich
  • Adobe Lightroom: Zeigt Bearbeitungswerkzeuge und Bildvorschau gleichzeitig
  • Todoist: Präsentiert Projektlisten und Aufgaben in praktischer Zweispaltung

Tipps zur optimalen Nutzung der neuen Features

Die Taskleiste lässt sich in den Einstellungen anpassen. Unter „Display“ oder „Startbildschirm“ findet man Optionen zur Taskleiste. Hier kann man festlegen, welche Apps dauerhaft angezeigt werden sollen und wie viele kürzlich verwendete Apps erscheinen. Für Power-User lohnt sich ein Blick in die Gesten-Einstellungen. Viele Tablets ermöglichen es, mit einer Wischgeste vom unteren Rand die Taskleiste zu vergrößern oder mit einem Swipe nach oben alle geöffneten Apps anzuzeigen.

Diese Gesten beschleunigen die Navigation erheblich und machen das Arbeiten mit dem Tablet flüssiger. Wer mehrere Nutzerprofile auf dem Tablet verwendet, sollte wissen, dass die Taskleisten-Konfiguration pro Nutzerprofil gespeichert wird. So kann jedes Haushaltsmitglied seine eigenen bevorzugten Apps in der Leiste haben.

Die Zukunft der Android-Tablets sieht vielversprechend aus

Mit Android 12L hat Google ein deutliches Signal gesendet: Tablets werden wieder ernst genommen. Die Verbesserungen gehen weit über kosmetische Änderungen hinaus und schaffen eine Grundlage für produktiveres Arbeiten. Entwickler haben jetzt bessere Werkzeuge und Anreize, ihre Apps für große Bildschirme zu optimieren.

Interessanterweise profitieren auch faltbare Smartphones wie das Samsung Galaxy Z Fold von diesen Optimierungen. Wenn das Gerät aufgeklappt ist, aktiviert Android automatisch die Tablet-Features und bietet dieselben Zwei-Spalten-Layouts und die Taskleiste. Diese Flexibilität zeigt, wie durchdacht Google die Implementierung gestaltet hat.

Wer sein Android-Tablet bisher hauptsächlich zum Videoschauen verwendet hat, sollte den neuen Features eine Chance geben. Das Zwei-Spalten-Layout und die verbesserte Taskleiste verwandeln das Tablet in ein deutlich vielseitigeres Werkzeug. Mit etwas Eingewöhnung merkt man schnell, wie umständlich die alte Bedienung war – und möchte nicht mehr zurück.

Wie nutzt du dein Android-Tablet am häufigsten?
Nur Videos und Streaming
Produktiv mit Split-Screen
Aufgeblasene Smartphone-Apps
Als Desktop-Ersatz
Staubt meistens nur ein

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