Während der Januar in weiten Teilen Europas von Kälte und Dunkelheit geprägt ist, erstrahlt Madeira in mildem Glanz und empfängt frisch Vermählte mit einer Mischung aus subtropischer Vegetation, dramatischen Klippen und einer Atmosphäre, die pure Romantik verspricht. Die portugiesische Insel im Atlantik liegt etwa 1000 Kilometer südwestlich von Lissabon und bietet genau das richtige Klima für alle, die dem winterlichen Grau entfliehen möchten, ohne dabei ein Vermögen auszugeben. Mit Temperaturen um die 17 bis 19 Grad und deutlich weniger Touristen als in den Sommermonaten ist der Januar ideal, um die Insel in aller Ruhe zu zweit zu erkunden und dabei die Reisekasse zu schonen.
Warum Madeira im Januar für Hochzeitsreisende perfekt ist
Der Januar auf Madeira schenkt Verliebten eine ganz besondere Kulisse. Die Insel zeigt sich in sattem Grün, denn die gelegentlichen Regenschauer der Wintermonate lassen die Vegetation in voller Pracht erstrahlen. Mimosen beginnen bereits zu blühen und tauchen die Landschaft in zartes Gelb, während die Levadas – jene historischen Bewässerungskanäle, die sich durch die gesamte Insel ziehen – mit frischem Wasser gefüllt sind und zu romantischen Wanderungen einladen. Die Nebensaison bedeutet zudem deutlich günstigere Preise bei Unterkünften und eine Authentizität, die in der Hochsaison oft verloren geht.
Für Paare auf Hochzeitsreise bietet Madeira die perfekte Balance zwischen Abenteuer und Entspannung. Man kann morgens durch mystische Lorbeerwälder wandern, mittags in natürlichen Meeresschwimmbecken baden und abends bei einem Glas Madeirawein den Sonnenuntergang über dem Atlantik genießen – und das alles, ohne das Budget zu sprengen.
Was man auf Madeira erleben sollte
Levada-Wanderungen für romantische Momente
Die berühmten Levada-Wege sind das Herzstück jeder Madeira-Reise. Diese schmalen Pfade verlaufen entlang der Bewässerungskanäle und führen durch spektakuläre Landschaften, von dichten Lorbeerwäldern bis zu atemberaubenden Aussichtspunkten. Im Januar sind die Wege weniger frequentiert, sodass man oft kilometerweit allein unterwegs ist – perfekt für intime Gespräche und gemeinsame Entdeckungen. Die Wanderung entlang der Levada do Caldeirão Verde führt durch Tunnel und entlang schwindelerregender Klippen zu einem beeindruckenden Wasserfall. Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe gehören zur Grundausstattung, doch die Investition in gutes Wanderequipment lohnt sich.
Die natürlichen Pools von Porto Moniz
An der Nordwestküste der Insel locken die natürlichen Vulkanpools von Porto Moniz. Diese vom Meer geformten Becken bieten auch im Januar angenehme Bademöglichkeiten, während die Atlantikwellen dramatisch gegen die schwarzen Lavafelsen schlagen. Der Eintritt in die öffentlichen Pools kostet lediglich etwa 1,50 Euro pro Person – ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für dieses Naturschauspiel. Packt Badesachen ein und genießt das erfrischende Meerwasser, während ihr den Blick auf den endlosen Ozean schweifen lasst.
Die Hauptstadt Funchal entdecken
Funchal vereint historischen Charme mit quirligem Stadtleben. Der alte Markt Mercado dos Lavradores ist ein Fest für die Sinne mit exotischen Früchten, frischem Fisch und bunten Blumen. Hier könnt ihr für wenige Euro lokale Spezialitäten wie Maracuja, Cherimoya oder Bolo do Caco probieren – ein traditionelles Fladenbrot mit Knoblauchbutter, das etwa 1 bis 2 Euro kostet. Die Altstadt mit ihren engen Gassen und bemalten Türen im Viertel Zona Velha lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Besonders stimmungsvoll ist ein Bummel durch die Rua de Santa Maria, wo Straßenkunst die historischen Fassaden schmückt.
Pico do Arieiro und Pico Ruivo
Für abenteuerlustige Paare ist die Wanderung zwischen diesen beiden Gipfeln ein absolutes Muss. Der Pico do Arieiro, mit dem Auto erreichbar, bietet bereits einen spektakulären Ausgangspunkt auf 1818 Metern Höhe. Von hier führt ein anspruchsvoller, aber machbarer Weg zum höchsten Punkt der Insel, dem Pico Ruivo. Im Januar kann es in diesen Höhen kühl sein, also packt eine Jacke ein. Die Aussicht über die Wolkendecke und die schroffen Gipfel ist schlichtweg unvergesslich und kostet keinen Cent – nur etwas Kondition und die Bereitschaft, früh aufzustehen.
Fortbewegung auf der Insel
Ein Mietwagen ist die flexibelste Option, um Madeira zu erkunden. Die Preise beginnen im Januar bei etwa 15 bis 20 Euro pro Tag für einen Kleinwagen, wenn man frühzeitig bucht. Die Straßen sind größtenteils gut ausgebaut, auch wenn manche Bergstrecken kurvenreich und teilweise eng sind. Wer sich hinters Steuer traut, gewinnt enorme Freiheit und kann abgelegene Buchten und Aussichtspunkte erreichen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zugänglich sind.

Das öffentliche Busnetz ist eine günstige Alternative. Eine einfache Fahrt kostet zwischen 2 und 5 Euro, je nach Strecke. Die Busse verbinden Funchal mit den meisten größeren Orten der Insel, fahren allerdings weniger häufig als in kontinentaleuropäischen Städten. Für spontane Ausflüge empfiehlt sich die Kombination: Bus für längere Strecken, Taxi oder Uber für die letzten Kilometer zu abgelegenen Zielen.
Günstig übernachten ohne Komfortverlust
Madeira bietet eine breite Palette an Unterkünften für jedes Budget. Im Januar findet man charmante Gästehäuser und kleine Pensionen bereits ab 40 bis 60 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer. Besonders im Norden und Osten der Insel, abseits von Funchal, sind die Preise deutlich günstiger. Viele dieser Unterkünfte werden von Einheimischen geführt, die wertvolle Geheimtipps teilen und für eine authentische Atmosphäre sorgen.
Wer länger bleibt, sollte über eine Ferienwohnung nachdenken. Für mehrere Tage lassen sich Apartments mit Küche schon ab 35 bis 50 Euro pro Nacht finden. Die eigene Küche spart nicht nur Geld, sondern ermöglicht es auch, mit frischen Zutaten vom Markt zu kochen – ein romantisches Erlebnis nach einem Tag voller Entdeckungen. Die Gegend um Câmara de Lobos oder Machico bietet gute Optionen fernab der touristischen Zentren.
Kulinarisch günstig und authentisch genießen
Madeira überrascht mit einer bodenständigen Küche, die auf frischen Meeresfrüchten, Fisch und herzhaften Eintöpfen basiert. In den lokalen Restaurants, die etwas abseits der Haupttouristenstraßen liegen, bezahlt man für ein vollständiges Menü zwischen 10 und 15 Euro pro Person. Espada com Banana, der berühmte schwarze Degenfisch mit gebratener Banane, ist ein Muss. Ebenso lohnenswert ist Espetada, gegrilltes Rindfleisch am Spieß, traditionell über Lorbeerzweigen gegart.
Für das kleine Budget zwischendurch bieten sich die zahlreichen Snackbars an, wo ein Prego (Steak-Sandwich) oder eine Portion Lapas (Napfschnecken) jeweils um die 5 bis 7 Euro kosten. Zum Nachtisch solltet ihr unbedingt Bolo de Mel probieren, einen traditionellen Honigkuchen, der auf der ganzen Insel erhältlich ist. Ein Stück kostet etwa 2 Euro und hält sich mehrere Tage – ideal als Wanderproviant.
Der madeirische Wein ist ein weiteres Highlight. Ein Besuch in einer der vielen kleinen Weinkellereien kostet zwischen 5 und 10 Euro pro Person inklusive Verkostung. Der süße, alkoholstarke Wein ist ein perfekter Abschluss für einen ereignisreichen Tag.
Praktische Hinweise für die Reiseplanung
Direktflüge nach Madeira gibt es von vielen deutschen Städten, und im Januar findet man Hin- und Rückflüge oft schon ab 80 bis 150 Euro pro Person. Die Flugzeit beträgt etwa vier Stunden. Am Flughafen angekommen, bringen Busse für rund 5 Euro ins Zentrum von Funchal, alternativ kostet ein Taxi etwa 25 bis 30 Euro.
Das Wetter im Januar ist wechselhaft – sonnige Abschnitte wechseln sich mit kurzen Regenschauern ab. Packt Schichten ein: T-Shirts für mildere Momente, eine wind- und wasserdichte Jacke für die Berge und die Küste. Sonnenschutz nicht vergessen, denn auch im Winter kann die Sonne überraschend stark sein, besonders in den Bergen über den Wolken.
Die Insel ist sicher und gastfreundlich. Die meisten Einheimischen sprechen zumindest grundlegendes Englisch, und in touristischen Bereichen findet man sich problemlos zurecht. Ein paar Brocken Portugiesisch werden jedoch immer mit einem Lächeln belohnt und öffnen Türen zu authentischen Begegnungen.
Madeira im Januar ist mehr als nur eine günstige Alternative zu überteuerten Hochzeitsreisezielen. Es ist eine Einladung, gemeinsam in die Natur einzutauchen, authentische Momente zu erleben und die ersten Tage als Ehepaar in einer Umgebung zu verbringen, die sowohl Abenteuer als auch Entspannung bietet. Die Insel schenkt euch Zeit füreinander, fernab vom Alltag, umgeben von einer Landschaft, die jeden Tag aufs Neue überrascht.
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